EIN KOFFER DER INNEN GRÖSSER IST ALS AUSSEN

So., 30.04.17 - So., 09.07.17

MARTIN FELDBAUER

Martin Feldbauer, 1001 Nacht, 60x60cm, Acryl auf Baumwolle, 2016 (Foto: W. Günzel, Frankfurt)
Martin Feldbauer, 1001 Nacht, 60x60cm, Acryl auf Baumwolle, 2016 (Foto: W. Günzel, Frankfurt)
Das Syker Vorwerk freut sich, mit Martin Feldbauer einen renommierten Frankfurter Künstler in einer großangelegten Einzelausstellung präsentieren zu können. Ein Koffer der innen größer ist als außen - der Ausstellungstitel gibt Rätsel auf und macht neugierig. Beschäftigt sich der Künstler gar mit Zauberei? Dass dies mitnichten so ist, fällt jedoch schon beim ersten Blick auf die Bilder von Martin Feldbauer auf. Ihn interessieren Fakten, genauer gesagt die Sammlung von Informationen anhand von Statistiken und deren grafische Darstellung. So finden sich Diagramme, insbesondere Kreisdiagramme, als immer wiederkehrende Motive in vielen seiner Arbeiten.

Wie ein Koffer ein Behältnis zum Transport von Kleidung ist, so sind Diagramme Transporthüllen für die Weitergabe und Auswertung von Informationen; allerdings steckt mehr darin, als man unmittelbar sehen kann. Doch gänzlich ohne Erklärungen, ohne Legende, so wie sie Feldbauer in seiner Malerei darstellt, bleiben die bunten Tortenstücke bezugs- und somit inhaltsleer. Der Künstler verrät dem Betrachter nicht, welche aktuelle, historische oder manchmal gar absurde Statistik er hier verarbeitet hat – möglicherweise richtet sich die farbige Verteilung der Kreissegmente allein nach seinem ästhetischen Empfinden.

Martin Feldbauer stellt in seiner Bildwelt Statistiken anderen Darstellungen gleichberechtigt an die Seite, lässt sie mal mehr und mal weniger in den Vordergrund treten. So verschmelzen Landschaften, Porträts oder manchmal gar rätselhafte Szenen gemeinsam mit den Diagrammen zu einer neuen Ebene - der gemalten Wirklichkeit des Künstlers Martin Feldbauer, die der Wirklichkeit einer Statistik gelassen gegenübersteht.

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 30. April, um 12 Uhr
Öffentliche Führungen: Sonntag, 21. Mai und 9. Juli, jeweils 15 Uhr

Die Ausstellung wird gefördert vom Landschaftsverband Weser-Hunte e.V. mit Mitteln des Landes Niedersachen.